Wärmepumpe mit Solaranlage: Kosten und Wirtschaftlichkeit
Wärmepumpe und Solaranlage zusammen sind eine große Investition – und die Frage, ob sie sich rechnet, ist berechtigt. Die Antwort hängt von den Anschaffungskosten, den laufenden Kosten, dem Stromverbrauch der Wärmepumpe und davon ab, wie viel Solarstrom Sie selbst verbrauchen. Dieser Artikel gibt Ihnen die Kosten im Überblick, zeigt ein Rechenbeispiel und erklärt, welche Faktoren die Wirtschaftlichkeit am stärksten beeinflussen.
Stand: 07.08.2026 – Preise und Förderbedingungen ändern sich. Die genannten Beträge sind Richtwerte für typische Anlagen in Deutschland.
Was kostet die Kombination?
Die Gesamtkosten bestehen aus drei Teilen: der Wärmepumpe, der Photovoltaikanlage und – falls vorhanden – dem Speicher und der Steuerung. Als Richtwerte gelten, Stand: 07.08.2026:
| Position | Richtwerte |
|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe, Einfamilienhaus | 15.000 bis 25.000 Euro inklusive Installation |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe) | 25.000 bis 40.000 Euro inklusive Bohrung und Installation |
| Photovoltaikanlage, 8 kWp, ohne Speicher | 9.000 bis 13.000 Euro |
| Photovoltaikanlage, 10 kWp, ohne Speicher | 12.000 bis 14.500 Euro |
| Stromspeicher, 5 bis 10 kWh | 4.000 bis 8.000 Euro zusätzlich |
| Energiemanagementsystem / Steuerung | 500 bis 2.000 Euro, oft im Wechselrichter enthalten |
Pro Kilowattpeak (kWp) liegen die Kosten für eine komplette PV-Anlage in der Regel bei etwa 1.000 bis 1.700 Euro. Die Wärmepumpe ist der größere Kostenblock: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet inklusive Installation in der Regel 15.000 bis 25.000 Euro. Eine Erdwärmepumpe ist deutlich teurer, weil die Bohrung oder die Erdarbeiten hinzukommen. Dazu kommen gegebenenfalls Kosten für einen neuen Warmwasserspeicher, einen Pufferspeicher oder den Austausch alter Heizkörper.
Die Gesamtinvestition für Wärmepumpe und PV-Anlage liegt damit häufig zwischen 25.000 und 40.000 Euro – je nach Wärmepumpenart, Anlagengröße und Speicher. Das ist viel Geld. Deshalb ist es wichtig, die laufenden Kosten und die Ersparnis dagegen zu rechnen und nicht nur den Kaufpreis zu betrachten.
Die laufenden Kosten: Strom für die Wärmepumpe
Die laufenden Kosten der Kombination bestehen fast ausschließlich aus dem Strom, den die Wärmepumpe aus dem Netz bezieht. Die PV-Anlage selbst hat kaum laufende Kosten: Sie braucht keinen Brennstoff, und die Wartung ist gering. Der Netzstrom für die Wärmepumpe ist der entscheidende Kostenfaktor.
Wie viel Strom eine Wärmepumpe braucht, hängt vom Wärmebedarf des Hauses und von der Jahresarbeitszahl ab. Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viel Wärme die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Liegt sie bei 3, dann erzeugt sie aus 1 kWh Strom 3 kWh Wärme. Ein Haus mit einem Wärmebedarf von 12.000 kWh im Jahr braucht bei einer Jahresarbeitszahl von 3 also rund 4.000 kWh Strom für die Wärmepumpe. Bei einer Jahresarbeitszahl von 4 sind es nur 3.000 kWh.
Daraus folgt: Je effizienter die Wärmepumpe arbeitet, desto weniger Strom braucht sie – und desto größer ist der Anteil, den die Solaranlage decken kann. Die Effizienz hängt vor allem von der Vorlauftemperatur ab. Eine Fußbodenheizung mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeitet deutlich effizienter als alte Heizkörper mit hohen Vorlauftemperaturen. In einem gut gedämmten Haus mit Fußbodenheizung liegt die Jahresarbeitszahl einer Luft-Wasser-Wärmepumpe oft bei 3 bis 4. In einem schlecht gedämmten Haus mit alten Heizkörpern kann sie deutlich niedriger liegen.
Rechenbeispiel: Ein Einfamilienhaus
Ein Rechenbeispiel macht die Wirtschaftlichkeit greifbar. Die Zahlen sind vereinfacht und dienen der Orientierung – Ihre tatsächlichen Werte hängen von Haus, Verbrauch und Preisen ab.
Ein Einfamilienhaus hat einen Wärmebedarf von 12.000 kWh im Jahr. Die Wärmepumpe arbeitet mit einer Jahresarbeitszahl von 3,5. Sie braucht also rund 3.400 kWh Strom im Jahr. Die PV-Anlage hat 10 kWp und erzeugt rund 9.500 kWh Strom im Jahr. Davon verbraucht der Haushalt etwa 3.000 kWh direkt. Die Wärmepumpe nimmt weitere 1.500 kWh Solarstrom auf, wenn sie tagsüber läuft. Der Rest wird eingespeist oder in den Speicher geladen.
In diesem Beispiel deckt die Solaranlage also fast die Hälfte des Strombedarfs der Wärmepumpe. Die andere Hälfte kommt aus dem Netz. Die Ersparnis entsteht, weil jede selbst verbrauchte Kilowattstunde Netzstrom ersetzt. Die Einspeisevergütung nach dem EEG liegt für Anlagen bis 10 kWp, die zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember 2026 in Betrieb genommen werden, bei 7,70 Cent pro Kilowattstunde bei Teileinspeisung und bei 12,22 Cent pro Kilowattstunde bei Volleinspeisung (Stand: 07.08.2026). Der Haushaltsstrompreis liegt in der Regel deutlich darüber. Deshalb ist der Eigenverbrauch wirtschaftlich wertvoller als die Einspeisung.
Wann rechnet sich die Kombination?
Es gibt keine pauschale Amortisationszeit, die für alle Häuser gilt. Die Wirtschaftlichkeit hängt von mehreren Faktoren ab, die Sie vor der Investition prüfen sollten:
Faktoren, die die Wirtschaftlichkeit verbessern
- Hoher Eigenverbrauch: Je mehr Solarstrom Sie selbst verbrauchen, desto schneller rechnet sich die Anlage. Wärmepumpe und Elektroauto erhöhen den Eigenverbrauch deutlich.
- Niedrige Vorlauftemperatur: Eine Fußbodenheizung oder große Heizflächen senken die Vorlauftemperatur und verbessern die Jahresarbeitszahl. Die Wärmepumpe braucht dann weniger Strom.
- Gute Dämmung: Ein gut gedämmtes Haus hat einen niedrigen Wärmebedarf. Die Wärmepumpe ist kleiner und günstiger, und der Solarstrom deckt einen größeren Anteil.
- Große PV-Anlage: Eine größere Anlage erzeugt mehr Strom und deckt einen größeren Teil des Wärmepumpenbedarfs. Die Kosten pro kWp sinken mit der Anlagengröße.
- Förderung: Förderprogramme senken die Investitionskosten. Sie müssen vor Vertragsabschluss beantragt werden.
Faktoren, die die Wirtschaftlichkeit verschlechtern
- Hohe Vorlauftemperaturen: Alte Heizkörper mit 55 Grad Vorlauftemperatur oder mehr senken die Effizienz der Wärmepumpe. Der Strombedarf steigt.
- Schlechte Dämmung: Ein hoher Wärmebedarf bedeutet eine große Wärmepumpe und einen hohen Strombedarf, den die Solaranlage nur zum Teil decken kann.
- Geringer Eigenverbrauch: Wenn die Wärmepumpe überwiegend nachts läuft und das Haus tagsüber leer steht, bleibt der Eigenverbrauch niedrig.
- Zu kleine PV-Anlage: Eine sehr kleine Anlage erzeugt kaum Überschuss für die Wärmepumpe.
- Hohe Installationskosten: Eine aufwendige Bohrung, ein neuer Zählerschrank oder eine Sanierung des Dachs erhöhen die Investition.
Förderung: Was gilt aktuell?
Für Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen gibt es getrennte Förderprogramme. Die Photovoltaikanlage wird über den KfW-Kredit 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ mit einem zinsgünstigen Kredit über die Hausbank gefördert. Wichtig: Den Kredit müssen Sie beantragen, bevor Sie den Auftrag unterschreiben. Das KfW-Programm 442 für private Ladeinfrastruktur in Kombination mit Photovoltaik ist dagegen geschlossen.
Für Wärmepumpen gibt es eine Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die Bedingungen und Fördersätze ändern sich regelmäßig. Informieren Sie sich vor der Planung bei der KfW oder beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle über den aktuellen Stand. Beachten Sie: Förderanträge müssen in der Regel vor Vertragsabschluss gestellt werden. Wer zuerst kauft und dann fragt, geht leer aus.
Die Umsatzsteuer ist ein weiterer Vorteil: Für Photovoltaikanlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden gilt der Nullsteuersatz. Sie zahlen auf Anlage und Montage keine Umsatzsteuer. Das senkt die Investitionskosten spürbar.
Lohnt sich ein Stromspeicher zusätzlich?
Ein Stromspeicher kostet 4.000 bis 8.000 Euro zusätzlich und erhöht die Investition. Er speichert Solarstrom für den Abend und versorgt dann Haushalt und Wärmepumpe. Ob er sich rechnet, hängt vom Verbrauchsprofil ab. In vielen Fällen ist ein Warmwasser- oder Pufferspeicher die günstigere Ergänzung: Er speichert die Wärme, die die Wärmepumpe mittags mit Solarstrom erzeugt, und gibt sie abends wieder ab. Wärme zu speichern ist billiger als Strom zu speichern.
Ein Stromspeicher rechnet sich am ehesten, wenn Sie abends viel Strom verbrauchen und die Anlage tagsüber viel Überschuss erzeugt. Wenn die Wärmepumpe den Überschuss tagsüber bereits aufnimmt, bleibt für den Speicher weniger übrig. Lassen Sie sich die Wirtschaftlichkeit des Speichers im Angebot getrennt ausweisen – als eigene Position mit eigener Rechnung, nicht als Teil eines Gesamtpakets.
Typische Fehler bei der Wirtschaftlichkeitsrechnung
- Nur den Kaufpreis vergleichen: Die laufenden Kosten entscheiden über die Wirtschaftlichkeit. Eine billige Wärmepumpe mit schlechter Jahresarbeitszahl kann über die Jahre teurer sein als eine teurere, effizientere Anlage.
- Einspeisevergütung mit Strompreis verwechseln: Die Einspeisevergütung ist deutlich niedriger als der Strompreis. Eine Rechnung, die den gesamten Ertrag mit dem Strompreis bewertet, ist zu optimistisch.
- Eigenverbrauch überschätzen: Nicht der gesamte erzeugte Strom kann selbst verbraucht werden. Im Winter erzeugt die Anlage wenig, und die Wärmepumpe braucht viel. Rechnen Sie mit realistischen Eigenverbrauchsanteilen.
- Förderung nach dem Kauf beantragen: Die meisten Förderprogramme verlangen einen Antrag vor Vertragsabschluss.
- Wartung und Ersatz vergessen: Ein Wechselrichter muss nach etwa 10 bis 15 Jahren ausgetauscht werden. Ein Speicher hält je nach Nutzung etwa 10 bis 15 Jahre. Diese Kosten gehören in eine ehrliche Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis sich Wärmepumpe und Solaranlage amortisiert haben?
Das hängt stark von Haus, Verbrauch, Preisen und Förderung ab. Eine pauschale Zahl wäre irreführend. In gut geeigneten Häusern mit hohem Eigenverbrauch rechnet sich die Kombination oft innerhalb von 10 bis 15 Jahren. In weniger geeigneten Häusern dauert es länger. Lassen Sie sich eine individuelle Wirtschaftlichkeitsrechnung vom Fachbetrieb erstellen – mit Ihren Verbrauchsdaten, nicht mit Durchschnittswerten.
Ist eine Erdwärmepumpe wirtschaftlicher als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Eine Erdwärmepumpe arbeitet effizienter, kostet aber deutlich mehr in der Installation. Ob sie wirtschaftlicher ist, hängt von den Installationskosten und vom Wärmebedarf ab. In vielen Einfamilienhäusern ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die wirtschaftlichere Wahl, weil sie günstiger ist und die Effizienz für ein gut gedämmtes Haus ausreicht.
Kann ich die Kosten senken, indem ich zuerst nur die Wärmepumpe installiere?
Ja. Sie können die Wärmepumpe zuerst installieren und die PV-Anlage später ergänzen. Das ist sinnvoll, wenn das Budget begrenzt ist oder das Dach erst saniert werden muss. Planen Sie aber von Anfang an die Steuerung und den Platz für den Wechselrichter mit, damit die Nachrüstung einfach bleibt.
Fazit
Wärmepumpe und Solaranlage zusammen kosten je nach Ausführung häufig 25.000 bis 40.000 Euro. Die Wirtschaftlichkeit hängt davon ab, wie effizient die Wärmepumpe arbeitet, wie viel Solarstrom Sie selbst verbrauchen und wie hoch die Förderung ausfällt. In gut gedämmten Häusern mit Fußbodenheizung und hohem Eigenverbrauch rechnet sich die Kombination in der Regel deutlich besser als in schlecht gedämmten Häusern mit alten Heizkörpern. Lassen Sie sich vor der Entscheidung eine individuelle Wirtschaftlichkeitsrechnung mit Ihren Verbrauchsdaten erstellen und vergleichen Sie mehrere Angebote. Eine ausführliche Kostenübersicht für die PV-Anlage finden Sie im Artikel Solaranlage Kosten: Was kostet eine Solaranlage wirklich?
Quellen
- Bundesnetzagentur – EEG-Förderung: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/EEG_Foerderung/start.html
- Marktstammdatenregister: https://www.marktstammdatenregister.de/MaStR
- KfW – Erneuerbare Energien Standard (270): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/F%C3%B6rderprodukte/Erneuerbare-Energien-Standard-(270)/
- Verbraucherzentrale – Erneuerbare Energien: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien
- Gebäudeenergiegesetz (GEG): https://www.gesetze-im-internet.de/geg/