Für ein Einfamilienhaus sollten Sie nicht nur einen pauschalen Preis pro kWp verwenden. Die Auswertung der Verbraucherzentrale NRW vom 28. August 2026 weist zudem für die Größenklasse 4 bis 6 kWp einen mittleren Angebotspreis von 2.090 Euro pro kWp aus. Für eine 5-kWp-Anlage entspricht das rechnerisch rund 10.450 Euro ohne Speicher. Der ADAC nennt für 2026 ein konkretes Beispiel von etwa 10.300 Euro für 5 kWp und 14.300 Euro für 10 kWp. Die tatsächlichen Kosten hängen dagegen von Dach, Gerüst, Zählerschrank und Leistungsumfang ab. Verwenden Sie diese Werte deshalb als Vergleichsmaßstab und holen Sie mehrere vollständig vergleichbare Angebote ein.
Stand: 04.11.2026
Die Kosten im Überblick

Die folgende Tabelle fasst die üblichen Preisspannen für Einfamilienhäuser zusammen. Alle Preise verstehen sich außerdem als Komplettpreise inklusive Montage und Umsatzsteuer – für begünstigte Anlagen gilt nach § 12 Abs. 3 UStG ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent (Stand: 04.11.2026).
| Anlagengröße | Ohne Speicher | Mit Speicher | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| 5 kWp | etwa 10.300 bis 10.500 Euro | 10.500 bis 13.500 Euro (5 kWh) | Kleiner Haushalt, 2 Personen, etwa 3.000 kWh Verbrauch im Jahr |
| 8 kWp | etwa 12.200 bis 14.600 Euro | etwa 14.000 bis 18.000 Euro (8 kWh) | Mittlerer Haushalt, 3 bis 4 Personen |
| 10 kWp | etwa 14.100 bis 14.500 Euro | 16.000 bis 21.000 Euro (10 kWh) | Größerer Haushalt, 4 Personen, etwa 4.500 bis 5.500 kWh Verbrauch im Jahr |
Diese Spannen sind Richtwerte, keine Festpreise. Ihr tatsächliches Angebot kann darüber oder darunter liegen – vor allem, wenn Ihr Dach aufwendig zu belegen ist oder wenn Sie besondere Komponenten wählen. Als Vergleichsmaßstab dienen die Auswertung der Verbraucherzentrale NRW vom 28. August 2026 und die ADAC-Beispiele für 2026 (5 kWp etwa 10.300 Euro, 10 kWp etwa 14.300 Euro). Wie sich die Kosten pro kWp mit der Anlagengröße verändern, erklärt der Ratgeber zu den Kosten pro Kilowatt-Peak.
Welche Anlagengröße passt zu Ihrem Einfamilienhaus?

Die richtige Größe hängt von drei Faktoren ab: Ihrem Jahresstromverbrauch, Ihrer Dachfläche und Ihrem Budget. Beachten Sie dabei drei verschiedene Größen: den Jahresstromverbrauch (kWh Bedarf), den Jahresertrag der Anlage (kWh Erzeugung) und den Anteil des erzeugten Stroms, den Sie selbst verbrauchen (Eigenverbrauch in kWh).
Ein Haushalt mit zwei Personen verbraucht oft etwa 2.500 bis 3.500 kWh Strom im Jahr. Dafür reicht in der Regel eine Anlage von 4 bis 6 kWp. Ein Haushalt mit vier Personen und einem Verbrauch von etwa 4.500 bis 5.500 kWh braucht eher 8 bis 10 kWp. Wenn Sie zusätzlich ein Elektroauto laden oder eine Wärmepumpe betreiben, steigt der Verbrauch – und damit die sinnvolle Anlagengröße – deutlich.
Auch das Dach begrenzt die Größe: Eine 5-kWp-Anlage braucht etwa 25 bis 30 Quadratmeter belegte Dachfläche, eine 10-kWp-Anlage etwa 50 bis 60 Quadratmeter. Ein Fachbetrieb prüft außerdem, wie viel Leistung auf Ihr Dach passt und ob Ausrichtung und Neigung einen guten Ertrag versprechen. Eine Südausrichtung mit einer Neigung von etwa 30 Grad ist ideal, aber auch Ost-West-Dächer liefern gute Erträge – oft mit einem gleichmäßigeren Ertrag über den Tag verteilt.
Was ist in den Kosten enthalten?

Ein Komplettangebot für ein Einfamilienhaus sollte diese Positionen enthalten:
- Solarmodule: Der größte Kostenblock neben dem Speicher. Die Module erzeugen zudem den Strom.
- Wechselrichter: Er wandelt zudem den Gleichstrom der Module in Wechselstrom für den Haushalt um. In der Regel steht nach etwa 10 bis 15 Jahren ein Austausch an.
- Montagesystem und Gerüst: Befestigung der Module auf dem Dach, inklusive Gerüst für die Montage.
- Verkabelung und Zählerschrank: Anschluss der Anlage an den Haushalt, gegebenenfalls Anpassung des Zählerschranks.
- Stromspeicher (optional): Speichert Solarstrom für den Abend und die Nacht. Die Kapazität wird zudem in kWh angegeben.
- Anmeldung und Registrierung: Anmeldung beim Netzbetreiber und Registrierung im Marktstammdatenregister.
- Planung und Ertragsprognose: Berechnung des voraussichtlichen Ertrags in kWh pro Jahr.
Fragen Sie bei jedem Angebot zudem nach, welche Positionen enthalten sind. Ein Angebot, das auf den ersten Blick günstig ist, kann teuer werden, wenn Gerüst, Zählerschrank oder Anmeldung fehlen.
Preisbeispiele für typische Einfamilienhäuser
Beispiel 1: Zwei Personen, 5 kWp ohne Speicher

Ein Paar in einem Einfamilienhaus verbraucht etwa 3.000 kWh Strom im Jahr. Das Dach ist ein Satteldach nach Süden und bietet Platz für eine 5-kWp-Anlage. Die Kosten liegen insgesamt bei etwa 10.300 Euro ohne Speicher. Die Anlage erzeugt zudem im Jahr grob 4.000 bis 5.500 kWh. Einen Teil davon verbrauchen Sie selbst, den Rest speisen Sie ein und erhalten dafür die EEG-Vergütung. Für Anlagen bis 10 kW, die zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember 2026 in Betrieb genommen werden, liegt die Einspeisevergütung bei 7,70 Cent pro kWh bei Teileinspeisung und bei 12,22 Cent pro kWh bei Volleinspeisung (Stand: 04.11.2026). Die genauen Sätze veröffentlicht außerdem die Bundesnetzagentur.
Beispiel 2: Vier Personen, 10 kWp ohne Speicher
Eine Familie mit zwei Kindern verbraucht etwa 5.000 kWh Strom im Jahr. Das Dach bietet zudem Platz für 10 kWp. Die Anlage kostet insgesamt etwa 14.300 Euro ohne Speicher und erzeugt im Jahr grob 8.000 bis 11.000 kWh. Der Eigenverbrauch ist dagegen höher als im ersten Beispiel, weil tagsüber mehr Strom verbraucht wird – etwa durch Waschmaschine, Spülmaschine und Homeoffice.
Beispiel 3: Vier Personen, 10 kWp mit 10-kWh-Speicher
Dieselbe Familie entscheidet sich für einen 10-kWh-Speicher und zahlt etwa 18.000 Euro. Der Speicher erhöht den Eigenverbrauch, weil Solarstrom vom Mittag am Abend genutzt werden kann. Ob sich der Speicher rechnet, hängt davon ab, wie viel Strom die Familie abends und nachts verbraucht und wie hoch der Strompreis ist. Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht – die Wirtschaftlichkeit muss für jeden Haushalt einzeln berechnet werden.
Beispiel 4: Einfamilienhaus mit Wärmepumpe
Ein Haushalt mit Wärmepumpe verbraucht deutlich mehr Strom als ein Haushalt ohne – oft 7.000 kWh und mehr im Jahr. Hier kann zudem eine größere Anlage von 10 bis 15 kWp sinnvoll sein. Die Kosten liegen dann entsprechend höher, aber auch die Ersparnis steigt, weil mehr eigener Strom selbst verbraucht wird. Lassen Sie sich in diesem Fall außerdem eine Ertrags- und Verbrauchsprognose erstellen, die den Wärmepumpenverbrauch berücksichtigt.
Welche Kostenfaktoren treiben den Preis?
Das Dach
Ein einfaches, freies Satteldach ist günstig zu belegen. Gauben, Dachfenster, Schornsteine oder eine starke Verschattung erhöhen zudem den Aufwand und damit den Preis. Auch ein Dach, das in den nächsten Jahren saniert werden muss, sollte vor der Installation saniert werden – sonst müssen die Module später wieder abgebaut werden.
Der Speicher
Ein Speicher ist der größte einzelne Zusatzposten. Er erhöht die Investition um mehrere tausend Euro und muss nach etwa 10 bis 15 Jahren ausgetauscht werden. Dafür steigt der Eigenverbrauch. Ob sich ein Speicher lohnt, hängt von Ihrem Abendverbrauch, dem Speicherpreis und dem Strompreis ab. Ein ausführliches Beispiel für ein Einfamilienhaus mit Speicher finden Sie im Ratgeber zur Solaranlage mit Speicher im Einfamilienhaus.
Der Wechselrichter
Der Wechselrichter ist ein Verschleißteil: Er muss in der Regel nach etwa 10 bis 15 Jahren ersetzt werden. Planen Sie diese Folgekosten deshalb in Ihrer Wirtschaftlichkeitsrechnung ein. Ein hochwertiger Wechselrichter kostet mehr, kann aber auch länger halten und einen höheren Wirkungsgrad haben.
Elektrik und Zählerschrank
In älteren Einfamilienhäusern muss der Zählerschrank manchmal angepasst oder erneuert werden. Das kann zudem mehrere hundert bis über tausend Euro kosten. Ein Fachbetrieb prüft das bei der Besichtigung und nennt Ihnen den Aufwand im Angebot.
Förderung und Finanzierung

Vor Vertragsabschluss sollten Sie die Förderung klären. Das KfW-Programm 442 ist geschlossen. Der KfW-Kredit 270 für erneuerbare Energien ist dagegen weiterhin offen. Er ist ein zinsgünstiger Kredit, der über die Hausbank beantragt wird – und zwar vor der Unterschrift unter den Auftrag (Stand: 04.11.2026). Wer zuerst unterschreibt und dann den Kredit beantragt, geht leer aus. Als Privatperson können Sie den KfW-Kredit 270 für eine PV-Anlage nutzen, wenn Sie zumindest einen Teil des erzeugten Stroms einspeisen oder verkaufen. Beantragen Sie den Kredit über Ihre Bank, bevor Sie einen rechtlich bindenden Auftrag unterschreiben. Ein reiner Eigenverbrauch ohne Einspeisung erfüllt diese Förderbedingung nicht.
Außerdem gilt für begünstigte Photovoltaikanlagen nach § 12 Abs. 3 UStG ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent. Die 30-kWp-Regel im Marktstammdatenregister ist eine Vereinfachung für die Prüfung der Gebäudevoraussetzung; auch Anlagen auf Wohngebäuden oberhalb von 30 kWp können begünstigt sein. Die einkommensteuerliche Befreiung nach § 3 Nr. 72 EStG ist eine eigene Regelung und gilt grundsätzlich bis 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit, höchstens 100 kWp insgesamt. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Angebot den Steuersatz korrekt ausweist. Regionale Förderprogramme von Bundesländern oder Kommunen können zusätzlich bestehen. Informieren Sie sich vor Ort.
Einen Überblick über die Gesamtkosten finden Sie im Artikel Solaranlage Kosten: Was kostet eine Solaranlage wirklich?
So gehen Sie vor
- Verbrauch prüfen: Schauen Sie zudem auf Ihre letzte Stromrechnung und notieren Sie Ihren Jahresverbrauch in kWh.
- Dach prüfen: Ist das Dach geeignet, wenig verschattet und hält es noch mindestens 20 bis 25 Jahre?
- Angebote einholen: Holen Sie zudem mindestens drei Angebote von Fachbetrieben ein – mit denselben Angaben zu Leistung, Speicher und enthaltenen Leistungen.
- Förderung klären: Beantragen Sie den KfW-Kredit 270 vor Vertragsabschluss, falls Sie ihn nutzen möchten.
- Ertragsprognose verlangen: Lassen Sie sich den voraussichtlichen Ertrag in kWh pro Jahr schriftlich geben – und prüfen Sie, welche Annahmen dahinterstehen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Solaranlage für ein Einfamilienhaus mit Speicher?
Eine 5-kWp-Anlage mit 5-kWh-Speicher kostet etwa 10.500 bis 13.500 Euro, eine 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher etwa 16.000 bis 21.000 Euro (Stand: 04.11.2026). Der Speicher macht den größten Teil des Aufpreises aus.
Lohnt sich eine Solaranlage für ein Einfamilienhaus ohne Speicher?
Ja, oft schon. Eine Anlage ohne Speicher ist günstiger und einfacher. Sie speisen mittags mehr Strom ein und kaufen abends mehr Strom zu. Ob ein Speicher zusätzlich sinnvoll ist, hängt von Ihrem Abendverbrauch ab.
Wie groß sollte die Anlage für ein Einfamilienhaus sein?
Als grobe Orientierung: 5 kWp für einen kleineren Haushalt mit etwa 3.000 kWh Verbrauch, 8 bis 10 kWp für einen Haushalt mit etwa 4.500 bis 5.500 kWh Verbrauch. Bei Wärmepumpe oder Elektroauto kann eine größere Anlage sinnvoll sein.
Was kostet die Wartung einer Solaranlage im Einfamilienhaus?
Die laufenden Kosten sind gering: Module brauchen kaum Wartung, der Wechselrichter muss nach etwa 10 bis 15 Jahren ausgetauscht werden, ein Speicher ebenfalls. Planen Sie diese Folgekosten in Ihrer Rechnung ein.
Fazit
Eine Solaranlage für ein Einfamilienhaus kostet je nach Größe und Ausstattung etwa 10.300 bis 21.000 Euro. Die wichtigste Entscheidung ist nicht der niedrigste Preis, sondern die passende Größe: Sie sollte zu Ihrem Verbrauch, Ihrem Dach und Ihrem Budget passen. Holen Sie mehrere Angebote ein, vergleichen Sie Gesamtpreis, Preis pro kWp und Ertragsprognose, und klären Sie die Förderung vor Vertragsabschluss. Dann haben Sie eine Anlage, die viele Jahre zuverlässig Strom erzeugt – und Ihre Stromrechnung spürbar senkt.
Quellen
- Bundesnetzagentur – EEG-Förderung: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/EEG_Foerderung/start.html
- Verbraucherzentrale – Erneuerbare Energien: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien
- KfW – Erneuerbare Energien Standard (270): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Erneuerbare-Energien-%28270%29/
- Marktstammdatenregister: https://www.marktstammdatenregister.de/MaStR