Der Preis pro kWp sinkt häufig mit der Anlagengröße, weil sich Planung, Gerüst, Anfahrt und ein Teil der Elektroarbeiten auf mehr Leistung verteilen. Die Auswertung der Verbraucherzentrale NRW vom 28. August 2026 zeigt diesen Effekt anhand von 71 ausgewerteten Angeboten: Für 4 bis 6 kWp lag der mittlere Preis bei 2.090 Euro pro kWp, für mehr als 6 bis 8 kWp bei 1.820 Euro pro kWp, für mehr als 9 bis 10 kWp bei 1.410 Euro pro kWp und für mehr als 14 bis 16 kWp bei 1.220 Euro pro kWp. Die Werte sind ein Preisindex und keine verbindlichen aktuellen Angebote. Vergleichen Sie deshalb immer den Gesamtpreis und den enthaltenen Leistungsumfang.
Stand: 11.10.2026

Was bedeutet kWp überhaupt?
kWp steht für Kilowattpeak – die Nennleistung einer Photovoltaikanlage unter genormten Testbedingungen. Eine Anlage mit 10 kWp hat also eine Nennleistung von 10 Kilowatt. Die tatsächliche Leistung hängt von der Einstrahlung, der Ausrichtung und der Temperatur ab. Der Preis pro kWp ist eine Kennzahl, um Angebote zu vergleichen: Teilen Sie den Gesamtpreis durch die Anlagenleistung in kWp.
Wichtig ist die Unterscheidung: kWp beschreibt die Leistung der Anlage, kW die Leistung einzelner Komponenten wie Wechselrichter oder Speicher. Wer eine Anlage vergleicht, sollte immer den Preis pro kWp heranziehen – nicht den Preis pro Modul oder pro Quadratmeter allein.
Kosten pro kWp nach Anlagengröße

Die folgende Tabelle zeigt den Preisindex der Verbraucherzentrale NRW (Auswertung von 71 Angeboten, 28. August 2026). Die Werte sind mittlere Preise für komplette Anlagen inklusive Installation. Sie sind ein Preisindex und keine verbindlichen aktuellen Angebote; die Gesamtpreise in der Tabelle ergeben sich aus dem mittleren Preis pro kWp und der genannten Anlagengröße.
| Anlagengröße | Mittlerer Preis pro kWp | Beispiel: Gesamtpreis |
|---|---|---|
| 4 bis 6 kWp | 2.090 Euro | 5 kWp: etwa 10.450 Euro |
| Mehr als 6 bis 8 kWp | 1.820 Euro | 8 kWp: etwa 14.560 Euro |
| Mehr als 8 bis 9 kWp | 1.520 Euro | 9 kWp: etwa 13.680 Euro |
| Mehr als 9 bis 10 kWp | 1.410 Euro | 10 kWp: etwa 14.100 Euro |
| Mehr als 10 bis 12 kWp | 1.290 Euro | 12 kWp: etwa 15.480 Euro |
| Mehr als 12 bis 14 kWp | 1.240 Euro | 14 kWp: etwa 17.360 Euro |
| Mehr als 14 bis 16 kWp | 1.220 Euro | 15 kWp: etwa 18.300 Euro |
| Mehr als 16 kWp | 1.010 Euro | 20 kWp: etwa 20.200 Euro |
Der Jahresertrag liegt in Deutschland oft bei etwa 800 bis 1.100 kWh pro kWp und Jahr. Der Preis pro kWp sinkt mit der Anlagengröße – das ist ein häufiger Skaleneffekt, aber keine absolute Regel: Dachform, Montageaufwand, Wechselrichter und der enthaltene Leistungsumfang können den Preis im Einzelfall deutlich verändern. Eine 10-kWp-Anlage ist deshalb nicht in jedem Fall günstiger pro kWp als eine 5-kWp-Anlage.
Warum große Anlagen pro kWp günstiger sind

Der Preis pro kWp sinkt mit der Anlagengröße, weil viele Kosten kaum von der Größe abhängen. Beispielsweise kostet das Gerüst für eine große Anlage nicht viel mehr als für eine kleine – es wird aber auf mehr Kilowatt verteilt. Ähnliches gilt für Anfahrt, Planung und Montage.
- Anfahrt und Gerüst: Der Installationsbetrieb kommt einmal, egal ob er 12 oder 25 Module montiert. Die Anfahrt und das Gerüst sind bei beiden Anlagen ähnlich teuer.
- Wechselrichter: Ein größerer Wechselrichter kostet mehr als ein kleiner, aber nicht doppelt so viel wie ein doppelt so großer. Auch hier verteilen sich die Kosten auf mehr Leistung.
- Anmeldung und Registrierung: Die Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister kostet in beiden Fällen etwa gleich viel Zeit – unabhängig von der Anlagenleistung.
- Planung und Ertragsprognose: Die Planung ist bei einer großen Anlage nur wenig aufwändiger als bei einer kleinen.
Die Module selbst machen den größten variablen Kostenblock aus: Je mehr Module, desto höher die Modulkosten. Trotzdem sinkt der Preis pro kWp insgesamt, weil sich die fixen Kosten auf mehr Leistung verteilen.
Eine 10-kWp-Anlage ist häufig günstiger pro kWp als eine 5-kWp-Anlage – aber nicht in jedem Fall: Dachform, Montageaufwand und der enthaltene Leistungsumfang können den Vergleich im Einzelfall umkehren.
Das bedeutet aber nicht, dass eine größere Anlage immer besser ist. Eine Anlage, die deutlich mehr Strom erzeugt als Sie verbrauchen, speist den Überschuss ins Netz ein und erhält dafür die Einspeisevergütung. Wenn Sie den Strom selbst verbrauchen, sparen Sie mehr als bei Einspeisung. Eine größere Anlage ist also nur dann sinnvoll, wenn Sie den zusätzlichen Strom entweder selbst verbrauchen oder die Einspeisung wirtschaftlich ist.
Kosten pro kWp mit Speicher

Ein Speicher erhöht den Gesamtpreis, ohne die Leistung zu verändern. Der Preis pro kWp der Gesamtanlage steigt dadurch. Als Richtwert für den Speicher nennt die Verbraucherzentrale NRW in ihrer Auswertung von 70 Angeboten (Januar 2025 bis August 2026) folgende mittlere Preise für einen Speicher, der mit der PV-Anlage installiert wird:
| Speichergröße | Mittlerer Preis pro kWh | Beispiel: Speicherkosten |
|---|---|---|
| 4 bis 6 kWh | 510 Euro | 5 kWh: etwa 2.550 Euro |
| Mehr als 6 bis 8 kWh | 480 Euro | 8 kWh: etwa 3.840 Euro |
| Mehr als 8 bis 10 kWh | 410 Euro | 10 kWh: etwa 4.100 Euro |
| Mehr als 10 bis 12 kWh | 390 Euro | 12 kWh: etwa 4.680 Euro |
| Mehr als 12 bis 16 kWh | 360 Euro | 15 kWh: etwa 5.400 Euro |
Die Werte sind ein Preisindex für Speicher, die mit der PV-Anlage installiert werden – kein reiner Batteriekaufpreis und kein Nachrüstungspreis. Zum Vergleich: ADAC-Beispiele (2026, inklusive Installation, ohne Förderung) liegen bei etwa 13.300 Euro für eine 5-kWp-Anlage mit 5-kWh-Speicher und etwa 20.300 Euro für eine 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher.
Für eine 5-kWp-Anlage mit Speicher finden Sie eine ausführliche Rechnung in einem eigenen Artikel. Auch hier sinkt der Preis pro kWp mit der Größe. Eine ausführliche Gesamtkalkulation für eine Solaranlage mit Speicher zeigt, wie sich Speicherkosten und Eigenverbrauch auf die Wirtschaftlichkeit auswirken.
Rechenbeispiele: Preis pro kWp in der Praxis

Beispiel 1: 5 kWp für 10.450 Euro
Eine 5-kWp-Anlage für 10.450 Euro kostet 2.090 Euro pro kWp (10.450 geteilt durch 5). Der Wert entspricht dem mittleren Preis des Preisindex der Verbraucherzentrale NRW für 4 bis 6 kWp (28. August 2026). Sie liegt pro kWp höher als eine 10-kWp-Anlage, weil sich die Fixkosten auf weniger Leistung verteilen.
Beispiel 2: 10 kWp für 14.100 Euro
Eine 10-kWp-Anlage für 14.100 Euro kostet 1.410 Euro pro kWp (14.100 geteilt durch 10). Sie ist pro kWp günstiger als eine 5-kWp-Anlage – ein typischer Skaleneffekt. Der Wert entspricht dem mittleren Preis des Preisindex für mehr als 9 bis 10 kWp.
Beispiel 3: 10 kWp mit Speicher für 18.200 Euro
Dieselbe 10-kWp-Anlage mit einem 10-kWh-Speicher kostet etwa 18.200 Euro: 14.100 Euro für die Anlage plus 4.100 Euro für den Speicher (10 kWh multipliziert mit 410 Euro pro kWh). Das sind etwa 1.820 Euro pro kWp für die Gesamtanlage. Ein Speicher lohnt sich vor allem dann, wenn Sie den Strom abends und nachts nutzen und dadurch weniger Strom aus dem Netz kaufen müssen.
Was den Preis pro kWp bestimmt
Der Preis pro kWp hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören die Modulqualität, der Wechselrichter, der Montageaufwand und der Anbieter. Selbst bei gleicher Anlagengröße können die Preise deutlich abweichen. Diese Faktoren hängen stark vom konkreten Dach ab.
Modulqualität und Leistung
Module unterscheiden sich in Leistung, Wirkungsgrad und Garantie. Hochwertige Module mit höherer Leistung sind teurer, aber oft effizienter – besonders wenn wenig Dachfläche zur Verfügung steht.
Wechselrichter
Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Module in Wechselstrom um. Er muss in der Regel nach etwa 10 bis 15 Jahren ausgetauscht werden – diese Folgekosten sollten Sie bei der Planung kennen.
Dach und Montageaufwand
Ein einfaches Satteldach ist günstig zu belegen. Gauben, Dachfenster, Schornsteine, Verschattung und ein hoher Montageaufwand erhöhen die Kosten – und damit den Preis pro kWp. Diese Faktoren hängen stark vom konkreten Dach ab.
Region und Anbieter
Die Preise unterscheiden sich auch nach Region und Anbieter. Holen Sie mindestens drei Angebote ein, bevor Sie entscheiden.
Einspeisevergütung und Förderung
Für eingespeisten Strom erhalten Sie nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine Vergütung über 20 Jahre. Die Höhe hängt von der Anlagengröße und von der Inbetriebnahme ab. Für Dachanlagen mit Inbetriebnahme vom 01.08. bis 31.12.2026 gelten: bis 10 kW Teileinspeisung 7,70 ct/kWh und Volleinspeisung 12,22 ct/kWh; bis 40 kW Teileinspeisung 6,66 ct/kWh und Volleinspeisung 10,24 ct/kWh (Bundesnetzagentur).
Zur Finanzierung: Der KfW-Kredit 270 für erneuerbare Energien ist ein zinsgünstiger Kredit für Photovoltaikanlagen und Speicher. Er wird über einen Finanzierungspartner beantragt – vor Abschluss eines verbindlichen Vertrags. Private Antragsteller müssen mindestens einen Teil des erzeugten Stroms ins Netz einspeisen oder verkaufen. Das KfW-Programm 442 ist dagegen geschlossen.
Einen Überblick über die Gesamtkosten finden Sie im Artikel Solaranlage Kosten: Was kostet eine Solaranlage wirklich?.
Häufige Fragen
Was ist ein guter Preis pro kWp?
Ein guter Preis pro kWp hängt von der Anlagengröße ab. Nach dem Preisindex der Verbraucherzentrale NRW (28. August 2026) liegt der mittlere Preis bei 4 bis 6 kWp bei 2.090 Euro pro kWp und bei mehr als 14 bis 16 kWp bei 1.220 Euro pro kWp. Vergleichen Sie immer den Gesamtpreis und den enthaltenen Leistungsumfang, nicht nur den Preis pro kWp.
Ist eine größere Anlage immer günstiger?
Pro kWp gesehen: ja, in der Regel. Insgesamt kostet eine 10-kWp-Anlage aber mehr als eine 5-kWp-Anlage. Ob sich die größere Anlage lohnt, hängt davon ab, ob Sie den zusätzlichen Strom selbst verbrauchen oder die Einspeisung wirtschaftlich ist. Wenn Sie deutlich weniger verbrauchen, als Sie erzeugen, ist eine kleinere Anlage oft die bessere Wahl.
Wie berechne ich den Preis pro kWp aus einem Angebot?
Nehmen Sie den Gesamtpreis aus dem Angebot und teilen Sie ihn durch die Anlagenleistung in kWp. Beispiel: 14.100 Euro geteilt durch 10 kWp = 1.410 Euro pro kWp. Beachten Sie: Der Preis pro kWp ist nur eine Kennzahl. Der Gesamtpreis und der Leistungsumfang entscheiden darüber, ob ein Angebot gut ist.
Warum unterscheiden sich Angebote so stark im Preis pro kWp?
Die Unterschiede entstehen durch die Größe der Anlage, Modulqualität, Wechselrichter und Montageaufwand. Angebote mit mehr Leistung sind oft günstiger pro kWp, aber auch Angebote mit höherer Leistung sind teurer im Gesamtpreis.
Fazit: Größe richtig wählen
Eine Solaranlage kostet pro kWp weniger, je größer sie ist – aber nicht in jedem Fall und nicht um jeden Preis. Nach dem Preisindex der Verbraucherzentrale NRW (28. August 2026) liegt der mittlere Preis bei 4 bis 6 kWp bei 2.090 Euro pro kWp und bei mehr als 14 bis 16 kWp bei 1.220 Euro pro kWp. Entscheidend ist der Gesamtpreis inklusive Montage, Wechselrichter, Speicher und aller Nebenkosten. Planen Sie die Anlage deshalb nach Ihrem tatsächlichen Bedarf und lassen Sie sich mindestens drei Angebote geben.
Quellen
- Bundesnetzagentur – EEG-Förderung: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/EEG_Foerderung/start.html
- Verbraucherzentrale – Erneuerbare Energien: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien
- KfW – Erneuerbare Energien Standard (270): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Energie-Umwelt/F%C3%B6rderprodukte/Erneuerbare-Energien-Standard-(270)/
- Marktstammdatenregister: https://www.marktstammdatenregister.de/MaStR