Wie viel Strom produziert eine Solaranlage? Die kurze Antwort: Eine Photovoltaikanlage in Deutschland erzeugt im Jahr etwa 800 bis 1.100 Kilowattstunden (kWh) pro kWp installierter Leistung. Eine 10-kWp-Anlage produziert damit etwa 8.000 bis 11.000 kWh im Jahr – oft mehr, als ein Haushalt verbraucht. Wie hoch der Ertrag genau ausfällt, hängt von Anlagengröße, Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Standort ab. Dieser Artikel erklärt, wie Sie den Ertrag berechnen, was ihn beeinflusst und wie Sie ihn steigern können.
Stand: 04.11.2026

Der Ertrag im Überblick
| Anlagengröße | Jahresertrag (ca.) | Tagesertrag im Sommer (ca.) | Tagesertrag im Winter (ca.) |
|---|---|---|---|
| 5 kWp | 4.000 bis 5.500 kWh | 20 bis 30 kWh | 3 bis 8 kWh |
| 8 kWp | 6.400 bis 8.800 kWh | 30 bis 45 kWh | 5 bis 12 kWh |
| 10 kWp | 8.000 bis 11.000 kWh | 40 bis 60 kWh | 6 bis 15 kWh |
| 15 kWp | 12.000 bis 16.500 kWh | 60 bis 90 kWh | 10 bis 22 kWh |

Die Tageswerte sind grobe Richtwerte und schwanken stark mit dem Wetter. An einem sonnigen Sommertag erzeugt eine 10-kWp-Anlage 50 kWh und mehr, an einem trüben Wintertag nur wenige kWh. Entscheidend ist der Jahresertrag – er gleicht die Unterschiede zwischen Sommer und Winter aus.
Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht etwa 3.000 bis 5.000 kWh im Jahr. Eine 10-kWp-Anlage erzeugt also in der Regel deutlich mehr Strom, als das Haus verbraucht. Der Überschuss wird ins Netz eingespeist.
Wie berechne ich den Ertrag?
Die grobe Rechnung ist einfach:
Anlagenleistung in kWp × Ertrag pro kWp = Jahresertrag in kWh
Beispiel: 10 kWp × 950 kWh pro kWp = 9.500 kWh im Jahr.
Der Wert von 800 bis 1.100 kWh pro kWp ist ein Richtwert für Deutschland. Im sonnigeren Süden liegt der Ertrag eher am oberen Ende, im Norden eher am unteren Ende. Ein Süddach mit etwa 30 Grad Neigung und ohne Verschattung erreicht in der Regel einen guten Wert, ein Ost- oder Westdach etwas weniger.
Für eine verlässliche Prognose brauchen Sie mehr als diese grobe Rechnung: Ein Fachbetrieb erstellt eine Ertragsprognose für Ihr konkretes Dach. Sie berücksichtigt Ausrichtung, Neigung, Verschattung, Modultyp und Standort – und zeigt, wie viel Strom die Anlage im Jahr voraussichtlich erzeugt.
Wovon hängt der Ertrag ab?
Anlagengröße
Je größer die Anlage, desto höher der Ertrag. Eine 10-kWp-Anlage erzeugt etwa doppelt so viel Strom wie eine 5-kWp-Anlage auf demselben Dach. Die Anlagengröße wird durch die Dachfläche begrenzt: Für 1 kWp brauchen Sie etwa 5 bis 6 Quadratmeter Modulfläche.
Ausrichtung und Neigung
Ein Süddach mit etwa 30 Grad Neigung liefert in der Regel den höchsten Jahresertrag. Ost- und Westdächer liefern etwas weniger, verteilen den Strom aber besser über den Tag. Norddächer sind in der Regel ungeeignet. Die Neigung spielt eine kleinere Rolle als die Ausrichtung: Der Unterschied zwischen 25 und 35 Grad ist gering.
Verschattung

Schatten senkt den Ertrag oft stärker als eine ungünstige Ausrichtung. Bäume, Schornsteine, Gauben oder Nachbargebäude werfen Schatten auf die Module. Schon Teilverschattung kann die Leistung deutlich senken – besonders bei einem String-Wechselrichter. Eine Verschattungsanalyse vor der Installation zeigt, wo Schatten fällt und wie er sich vermeiden lässt.
Standort und Wetter
Der Ertrag hängt auch vom Standort ab: Im Süden Deutschlands scheint die Sonne im Jahr mehr als im Norden. Das Wetter schwankt von Jahr zu Jahr – ein sonniges Jahr bringt mehr Ertrag als ein trübes Jahr. Die Ertragsprognose rechnet mit einem durchschnittlichen Wetterjahr.
Modultyp und Wechselrichter
Moderne Module haben einen höheren Wirkungsgrad als ältere Modelle und erzeugen auf derselben Fläche mehr Strom. Der Wechselrichter beeinflusst den Ertrag ebenfalls: Er sucht den Arbeitspunkt, an dem die Module die meiste Leistung liefern. Bei Teilverschattung können Leistungsoptimierer oder Mikrowechselrichter den Ertrag verbessern.
Alter und Zustand der Anlage
Solarmodule verlieren über die Jahre langsam an Leistung – die Hersteller garantieren in der Regel, dass sie nach 25 Jahren noch einen großen Teil ihrer ursprünglichen Leistung liefern. Verschmutzung, zum Beispiel durch Vogelkot oder Staub, kann den Ertrag ebenfalls senken. Der Regen reinigt die Module in der Regel ausreichend.
Der Ertrag über das Jahr
Der Ertrag ist über das Jahr sehr ungleich verteilt:
| Zeitraum | Anteil am Jahresertrag (ca.) | Was bedeutet das? |
|---|---|---|
| Sommer (Mai bis August) | Etwa die Hälfte | Höchster Ertrag, lange Tage, hohe Sonne |
| Frühjahr und Herbst | Etwa ein Drittel | Mittlerer Ertrag |
| Winter (November bis Februar) | Etwa ein Fünftel | Geringster Ertrag, kurze Tage, tiefe Sonne |

Im Sommer erzeugen Sie oft deutlich mehr Strom, als Sie verbrauchen. Im Winter erzeugen Sie deutlich weniger, als Sie brauchen. Das ist normal und wird bei der Planung berücksichtigt. Eine Anlage wird nach dem Jahresertrag bewertet, nicht nach einem einzelnen Monat.
Eigenverbrauch und Einspeisung
Der erzeugte Strom wird entweder selbst verbraucht oder eingespeist:
Eigenverbrauch: Strom, den Sie direkt im Haus nutzen. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde müssen Sie nicht aus dem Netz kaufen – das ist der wirtschaftlich wertvollste Teil des Ertrags.
Einspeisung: Strom, den Sie nicht verbrauchen und ins öffentliche Netz einspeisen. Dafür erhalten Sie eine Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Ohne Speicher verbrauchen viele Haushalte etwa ein Drittel des erzeugten Stroms selbst. Mit Speicher steigt der Eigenverbrauch deutlich – oft auf deutlich mehr als die Hälfte. Der genaue Anteil hängt vom Verbrauchsverhalten ab: Wer tagsüber zu Hause ist und Geräte in die Sonnenstunden legt, verbraucht mehr Solarstrom selbst.
Für Anlagen bis 10 kWp, die zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember 2026 in Betrieb genommen werden, liegt die Einspeisevergütung bei 7,70 Cent pro kWh bei Teileinspeisung und bei 12,22 Cent pro kWh bei Volleinspeisung (Stand: 04.11.2026). Die genauen Sätze veröffentlicht die Bundesnetzagentur. Weil die Einspeisevergütung deutlich unter dem Strompreis liegt, lohnt es sich in der Regel, möglichst viel Strom selbst zu verbrauchen.
Wie kann ich den Ertrag steigern?
- Verbrauch in die Sonnenstunden legen: Waschmaschine, Geschirrspüler und Elektroauto möglichst mittags betreiben.
- Speicher nutzen: Ein Speicher speichert den mittags erzeugten Strom für den Abend und erhöht den Eigenverbrauch.
- Energiemanagement nutzen: Ein Energiemanagementsystem startet Verbraucher automatisch, wenn die Anlage viel Strom erzeugt.
- Verschattung vermeiden: Bäume zurückschneiden, Module in unverschattete Bereiche legen, bei Bedarf Leistungsoptimierer einsetzen.
- Module sauber halten: Bei starker Verschmutzung eine Reinigung durch einen Fachbetrieb prüfen lassen.
- Ertrag regelmäßig kontrollieren: Die App des Wechselrichters zeigt den Tages-, Monats- und Jahresertrag. Ein plötzlicher Einbruch kann auf einen Defekt hindeuten.
Wie prüfe ich, ob meine Anlage gut läuft?
Vergleichen Sie den Ertrag mit der Prognose und mit dem Vorjahresmonat. Ein sonniger Monat sollte deutlich mehr Ertrag bringen als ein trüber Monat. Wenn der Ertrag plötzlich deutlich unter dem Vorjahreswert liegt – bei vergleichbarem Wetter –, lohnt sich eine Prüfung durch einen Fachbetrieb.
Achten Sie außerdem auf Fehlermeldungen in der App des Wechselrichters. Viele Wechselrichter melden Fehler automatisch. Eine regelmäßige Sichtkontrolle der Module vom Boden aus hilft ebenfalls: Beschädigungen, starke Verschmutzung oder lose Teile fallen oft schon von unten auf.
Was kostet eine Anlage mit diesem Ertrag?
Die Kosten hängen von der Anlagengröße und vom Speicher ab. Als Richtwerte gelten etwa 1.000 bis 1.700 Euro pro kWp (Stand: 04.11.2026). Eine 10-kWp-Anlage kostet ohne Speicher etwa 12.000 bis 14.500 Euro, mit 10-kWh-Speicher etwa 16.000 bis 21.000 Euro. Die genauen Kosten finden Sie im Artikel Solaranlage Kosten: Was kostet eine Solaranlage wirklich?
Häufige Fragen
Erzeugt eine Anlage auch bei Wolken Strom?
Ja. Auch bei bewölktem Himmel fällt Licht auf die Module – nur weniger. Die Leistung sinkt dann deutlich, aber die Anlage erzeugt weiterhin Strom. Nur nachts erzeugt sie nichts.
Warum ist der Ertrag im Winter so gering?
Die Tage sind kürzer, die Sonne steht tiefer, und der Himmel ist häufiger bedeckt. Außerdem kann Schnee die Module vorübergehend abdecken. Der Winterertrag ist deshalb nur ein kleiner Teil des Jahresertrags – das wird bei der Planung berücksichtigt.
Kann ich den Ertrag vor der Installation genau vorhersagen?
Nein, nicht auf die Kilowattstunde genau. Eine Ertragsprognose ist eine Schätzung auf Basis von Wetterdaten, Dach und Anlagengröße. Das tatsächliche Wetter schwankt von Jahr zu Jahr. Die Prognose zeigt aber verlässlich, ob sich eine Anlage lohnt und welche Größe sinnvoll ist.
Was passiert mit dem Strom, den ich nicht verbrauche?
Er fließt ins öffentliche Netz und wird vergütet – vorausgesetzt, die Anlage ist beim Netzbetreiber angemeldet und im Marktstammdatenregister registriert. Die Vergütung hängt vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme ab.
Fazit
Eine Solaranlage in Deutschland erzeugt etwa 800 bis 1.100 kWh pro kWp im Jahr. Eine 10-kWp-Anlage produziert damit etwa 8.000 bis 11.000 kWh – oft mehr, als ein Haushalt verbraucht. Entscheidend ist nicht nur, wie viel Strom die Anlage erzeugt, sondern wie viel davon Sie selbst verbrauchen. Wer den Verbrauch in die Sonnenstunden legt und – falls sinnvoll – einen Speicher nutzt, holt das meiste aus dem eigenen Solarstrom heraus.
Quellen
- Verbraucherzentrale – Erneuerbare Energien: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien
- Bundesnetzagentur – EEG-Förderung: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/EEG_Foerderung/start.html
- Marktstammdatenregister: https://www.marktstammdatenregister.de/MaStR