Modernes energieeffizientes Haus mit Solaranlage und Wärmepumpe im Garten – KfW-Kredit 270 für Solaranlagen Modernes energieeffizientes Haus mit Solaranlage und Wärmepumpe im Garten – KfW-Kredit 270 für Solaranlagen

KfW-Kredit für Solaranlagen: Programm 270 verständlich erklärt

Das KfW-Programm 270 ist die wichtigste bundesweite Förderung für Photovoltaikanlagen. Der vollständige Name lautet „Erneuerbare Energien – Standard (270)“. Es handelt sich um einen zinsgünstigen Kredit – nicht um einen Zuschuss, den Sie nicht zurückzahlen müssen. Sie beantragen ihn über Ihre Hausbank, die den Antrag an die KfW weiterleitet. Dieser Artikel erklärt das Programm verständlich: Was wird gefördert, wer kann den Kredit bekommen, wie hoch ist er, und wie läuft der Antrag ab?

Stand: 16.10.2026 – Zinssätze und Programmbedingungen ändern sich. Verbindliche Konditionen finden Sie auf der Programmseite der KfW und bei Ihrer Bank.

Was ist das Programm 270?

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ist die Förderbank des Bundes. Mit dem Programm 270 fördert sie Investitionen in erneuerbare Energien – darunter Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden. Das Programm gibt es schon seit vielen Jahren, und es ist nach der Schließung des Zuschussprogramms 442 im Februar 2024 das maßgebliche KfW-Programm für private Photovoltaikanlagen.

Das Prinzip ist einfach: Sie leihen sich Geld zu günstigeren Zinsen, als Sie es bei einem normalen Bankkredit bekommen würden. Die KfW stellt das Geld über Ihre Bank zur Verfügung, und Ihre Bank schließt den Kreditvertrag mit Ihnen ab. Die KfW selbst ist nicht Ihre Vertragspartnerin – Ihre Bank ist es.

Was wird gefördert?

Mit dem Kredit 270 können Sie die Errichtung einer Photovoltaikanlage finanzieren. Gefördert werden in der Regel:

  • Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden, Nebengebäuden und Garagen
  • Stromspeicher, wenn sie zusammen mit der Photovoltaikanlage errichtet werden
  • Die zugehörige Technik: Wechselrichter, Montagesystem, Verkabelung, Zählerschrank-Anpassung und ähnliche notwendige Komponenten
  • Planungs- und Montagekosten, soweit sie zu der geförderten Anlage gehören

Der Kredit kann die gesamten förderfähigen Kosten abdecken. Es gibt keine feste Obergrenze, die für ein Einfamilienhaus relevant wäre – die Kredithöhe richtet sich nach den tatsächlichen Kosten Ihrer Anlage. Eine typische Anlage auf einem Einfamilienhaus kostet zwischen 7.000 und 21.000 Euro, je nach Größe und Speicher.

Was wird nicht gefördert?

Nicht gefördert werden in der Regel:

  • Anlagen, mit deren Bau bereits begonnen wurde, bevor der Kredit beantragt wurde
  • Reine Eigenleistungen ohne Fachbetrieb
  • Anlagen, die nicht den technischen Anforderungen des Programms entsprechen
  • Eine Wallbox allein – sie ist kein Bestandteil des Programms 270

Wenn Sie unsicher sind, ob eine bestimmte Komponente förderfähig ist, fragen Sie Ihre Bank oder Ihren Fachbetrieb vor der Antragstellung.

Wer kann den KfW-Kredit 270 bekommen?

Das Programm richtet sich an Privatpersonen, die eine Photovoltaikanlage auf einem Wohngebäude in Deutschland errichten. Die wichtigsten Voraussetzungen:

  • Sie sind Eigentümerin oder Eigentümer des Gebäudes oder haben ein entsprechendes Nutzungsrecht.
  • Die Anlage wird in Deutschland errichtet.
  • Die Anlage wird von einem Fachbetrieb errichtet.
  • Sie beantragen den Kredit vor Beginn der Maßnahme – also bevor Sie einen Vertrag unterschreiben oder mit dem Bau beginnen.
  • Ihre Bank prüft Ihre Bonität wie bei einem normalen Kredit und muss den Antrag befürworten.

Die Bonitätsprüfung ist ein normaler Bestandteil des Verfahrens. Die Bank prüft Ihr Einkommen, Ihre bestehenden Verpflichtungen und Ihre Schufa-Auskunft. Ein negativer Schufa-Eintrag oder eine sehr hohe bestehende Verschuldung kann dazu führen, dass die Bank den Kredit ablehnt – das ist dann eine Entscheidung der Bank, nicht der KfW.

Wie hoch sind Zinssatz und Laufzeit?

Die KfW veröffentlicht die aktuellen Zinssätze für das Programm 270 auf ihrer Programmseite. Der Zinssatz ist in der Regel günstiger als bei einem normalen Ratenkredit, weil es sich um einen Förderkredit handelt. Der genaue Zinssatz hängt vom Zeitpunkt der Antragstellung und von Ihrer Bank ab – die Bank kann einen Aufschlag für ihren Aufwand berechnen.

Die Laufzeit vereinbaren Sie mit Ihrer Bank. Üblich sind Laufzeiten von 10 bis 20 Jahren. Je nach Vereinbarung kann es eine tilgungsfreie Anlaufzeit geben – eine Zeit, in der Sie nur Zinsen zahlen und noch keine Tilgung leisten. Das entlastet die ersten Jahre nach der Installation.

Ein Beispiel zur Orientierung: Bei einem Kredit von 12.000 Euro, 10 Jahren Laufzeit und 3 Prozent Zinsen pro Jahr liegt die monatliche Rate bei etwa 116 Euro. Bei 20 Jahren Laufzeit sinkt die Rate auf etwa 66 Euro, aber die Gesamtzinskosten steigen deutlich. Die genauen Zahlen hängen von den aktuellen Konditionen ab – lassen Sie sich von Ihrer Bank ein konkretes Angebot mit effektivem Jahreszins, Rate und Gesamtkosten geben.

Wie beantragen Sie den KfW-Kredit 270?

Der Antrag läuft in vier Schritten:

1. Angebote einholen

Holen Sie mindestens zwei bis drei Angebote von Fachbetrieben ein. Die Angebote sollten alle Positionen enthalten: Module, Wechselrichter, Montage, Speicher, Elektroarbeiten und Anmeldung. Unterschreiben Sie noch nichts.

2. Beratung bei der Bank

Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrer Hausbank oder einer anderen Bank Ihrer Wahl. Sagen Sie, dass Sie den KfW-Kredit 270 für eine Photovoltaikanlage beantragen möchten. Bringen Sie das Angebot des Fachbetriebs und Nachweise über Ihr Einkommen mit.

3. Antrag stellen und Zusage abwarten

Die Bank prüft Ihre Bonität und stellt den Antrag bei der KfW. Die KfW prüft den Antrag und erteilt die Zusage. Das dauert in der Regel mehrere Wochen. Unterschreiben Sie in dieser Zeit keinen Vertrag mit dem Fachbetrieb.

4. Vertrag unterschreiben und Anlage bauen lassen

Erst nach der Zusage unterschreiben Sie den Vertrag mit dem Fachbetrieb. Danach wird die Anlage montiert, in Betrieb genommen und beim Netzbetreiber angemeldet. Nach der Fertigstellung reichen Sie den Verwendungsnachweis bei Ihrer Bank ein – in der Regel die Schlussrechnung und die Zahlungsnachweise.

Welche Unterlagen brauchen Sie?

Für den Antrag verlangt die Bank in der Regel:

  • Das schriftliche Angebot des Fachbetriebs
  • Angaben zur Anlage: Leistung in Kilowattpeak (kWp), gegebenenfalls Speichergröße in Kilowattstunden (kWh)
  • Nachweise über Ihr Einkommen (Gehaltsabrechnungen oder Steuerbescheid)
  • Angaben zu bestehenden Krediten und finanziellen Verpflichtungen
  • Angaben zum Gebäude: Adresse, Eigentumsnachweis, Art des Gebäudes

Fragen Sie Ihre Bank vor dem Termin, welche Unterlagen sie genau benötigt. Vollständige Unterlagen verkürzen die Bearbeitungszeit erheblich.

KfW 270 und KfW 442: Der Unterschied

Viele Hauseigentümer verwechseln die beiden Programme. Der Unterschied ist wichtig:

KfW 270KfW 442
ArtZinsgünstiger KreditZuschuss (nicht rückzahlbar)
ZweckPhotovoltaikanlage und SpeicherPrivate Ladeinfrastruktur mit Photovoltaik und Speicher
StatusOffen, Anträge möglichGeschlossen seit Februar 2024
Antrag überHausbankDirekt bei der KfW (war)

Das Programm 442 endete im Februar 2024, als der Fördertopf ausgeschöpft war. Es ist nicht mehr möglich, einen Antrag zu stellen. Wenn Ihnen heute jemand einen Zuschuss aus Programm 442 verspricht, ist das Angebot unseriös oder bezieht sich auf ein anderes Programm. Für Photovoltaik ist das Programm 270 das aktuelle Programm.

Kann man den KfW-Kredit mit anderen Förderungen kombinieren?

Ja, in der Regel schon. Der KfW-Kredit 270 lässt sich kombinieren mit:

  • Dem Nullsteuersatz bei der Umsatzsteuer: Für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden zahlen Sie keine Umsatzsteuer. Das gilt automatisch und unabhängig vom Kredit.
  • Der Einspeisevergütung nach dem EEG: Für eingespeisten Strom erhalten Sie über 20 Jahre eine Vergütung vom Netzbetreiber. Für Anlagen bis 10 kWp mit Inbetriebnahme zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember 2026 sind das 7,70 Cent pro kWh bei Teileinspeisung und 12,22 Cent pro kWh bei Volleinspeisung (Stand: 16.10.2026).
  • Regionalen Zuschüssen: Einige Bundesländer und Kommunen fördern Photovoltaik zusätzlich. Prüfen Sie die Bedingungen des jeweiligen Programms – eine Kombination ist in der Regel möglich, muss aber im Einzelfall geprüft werden.

Häufige Fehler beim KfW-Kredit 270

  • Vertrag vor dem Antrag unterschreiben: Der häufigste Fehler. Der Kredit kann dann in der Regel nicht mehr beantragt werden.
  • Nur eine Bank fragen: Die Konditionen können sich zwischen Banken unterscheiden. Fragen Sie bei Bedarf eine zweite Bank.
  • Unvollständige Unterlagen: Fehlende Nachweise verzögern die Bewilligung um Wochen.
  • Die tilgungsfreie Anlaufzeit missverstehen: In der tilgungsfreien Zeit zahlen Sie nur Zinsen – die Tilgung beginnt danach. Planen Sie die höhere Rate nach der Anlaufzeit ein.
  • Änderungen an der Anlage ohne Rücksprache: Wenn sich die Anlage nach der Zusage ändert – zum Beispiel eine andere Leistung oder ein größerer Speicher –, sprechen Sie vorher mit Ihrer Bank.

Häufige Fragen

Muss ich den KfW-Kredit bei meiner Hausbank beantragen?

Nein. Sie können den Kredit bei jeder Bank beantragen, die das Programm 270 anbietet. Die meisten Hausbanken tun das. Es kann sich lohnen, die Konditionen von zwei Banken zu vergleichen.

Wie lange dauert es bis zur Zusage?

Das hängt von der Bank und der Vollständigkeit Ihrer Unterlagen ab. Rechnen Sie mit mehreren Wochen von der Beratung bis zur Zusage. Planen Sie diese Zeit ein und unterschreiben Sie den Vertrag erst nach der Zusage.

Kann ich den Kredit auch für einen Speicher allein beantragen?

Nein, ein Speicher allein wird über das Programm 270 in der Regel nicht gefördert. Der Speicher muss zusammen mit einer Photovoltaikanlage errichtet werden. Wenn Sie bereits eine Anlage haben und nur einen Speicher nachrüsten möchten, fragen Sie Ihre Bank nach den aktuellen Bedingungen – die Förderfähigkeit hängt vom Einzelfall ab.

Was passiert, wenn die Bank den Kredit ablehnt?

Dann können Sie es bei einer anderen Bank versuchen oder die Anlage aus Eigenkapital oder mit einem normalen Bankkredit finanzieren. Die Ablehnung durch eine Bank bedeutet nicht, dass eine andere Bank ebenfalls ablehnt – die Banken bewerten die Bonität unterschiedlich.

Muss ich den Kredit zurückzahlen?

Ja. Der KfW-Kredit 270 ist ein Kredit, kein Zuschuss. Sie zahlen ihn in monatlichen Raten zurück – Zins und Tilgung. Der Vorteil gegenüber einem normalen Kredit ist der günstigere Zinssatz.

Fazit

Der KfW-Kredit 270 ist die wichtigste Finanzierung für eine Photovoltaikanlage: zinsgünstig, über die Hausbank zu beantragen und mit den gesamten Kosten der Anlage kombinierbar. Die wichtigste Regel ist die Reihenfolge: erst Angebote einholen, dann den Kredit beantragen, erst nach der Zusage den Vertrag unterschreiben. Wer diese Regel einhält, sich von seiner Bank die Konditionen mit effektivem Jahreszins und Gesamtkosten geben lässt und die Anlage nach der Fertigstellung ordnungsgemäß nachweist, nutzt das Programm ohne unnötige Risiken.

Quellen