Eine thermische Solaranlage – auch Solarthermieanlage genannt – nutzt die Wärme der Sonne, um Warmwasser zu bereiten und die Heizung zu unterstützen. Sie erzeugt keinen Strom, sondern Wärme. Das ist der entscheidende Unterschied zur Photovoltaik, die Strom erzeugt. Dieser Artikel erklärt, wie Solarthermie funktioniert, was sie kostet und für wen sie sich lohnt.
Stand: 11.10.2026 – Preise und Förderbedingungen ändern sich. Die genannten Beträge sind Richtwerte für typische Anlagen in Deutschland.

Photovoltaik ist nicht Solarthermie
Der wichtigste Punkt zuerst, weil die Begriffe oft verwechselt werden:
- Photovoltaik (PV): Solarmodule wandeln Sonnenlicht in Strom um. Der Strom versorgt den Haushalt, lädt einen Speicher oder ein Elektroauto und kann – über eine Wärmepumpe oder einen Heizstab – auch Warmwasser bereiten.
- Solarthermie: Kollektoren wandeln Sonnenlicht in Wärme um. Die Wärme geht direkt in den Warmwasserspeicher oder in den Heizkreislauf. Es entsteht kein Strom.
Beide Techniken nutzen die Sonne, aber sie liefern unterschiedliche Energieformen. Eine Solarthermieanlage kann keinen Strom erzeugen, und eine PV-Anlage kann keine Wärme direkt erzeugen – sie braucht dafür immer einen Zwischenschritt, zum Beispiel eine Wärmepumpe oder einen Heizstab. Wenn Sie Angebote vergleichen, klären Sie deshalb immer, ob es um Strom oder um Wärme geht.
Wie funktioniert eine thermische Solaranlage?

Das Prinzip ist einfach: Kollektoren auf dem Dach nehmen die Sonnenwärme auf und übertragen sie auf eine Flüssigkeit, die durch die Kollektoren fließt. Diese Flüssigkeit – in der Regel ein Wasser-Frostschutz-Gemisch – wird warm und fließt in einen Wärmetauscher im Speicher. Dort gibt sie die Wärme an das Wasser im Speicher ab. Das erwärmte Wasser steht dann für Dusche, Bad und Heizung bereit. Die abgekühlte Flüssigkeit fließt zurück aufs Dach und wird erneut erwärmt.
Die Solarflüssigkeit ist in der Regel ein Wasser-Glykol-Gemisch: Das Glykol dient als Frostschutz und bleibt auch bei hohen Temperaturen im Kollektor stabil. Die Leitungen vom Dach zum Speicher sollten möglichst kurz und gut gedämmt sein, damit wenig Wärme auf dem Weg verloren geht.
Die wichtigsten Komponenten sind:
| Komponente | Aufgabe |
|---|---|
| Kollektoren | Nehmen die Sonnenwärme auf |
| Solarkreislauf mit Pumpe | Transportiert die Wärme vom Dach zum Speicher |
| Speicher | Speichert das erwärmte Wasser für später |
| Regelung | Steuert Pumpe und Nachheizung |
| Nachheizung | Heizkessel oder Wärmepumpe, wenn die Sonne nicht reicht |
Die Regelung ist ein wichtiger Teil der Anlage. Sie schaltet die Pumpe ein, wenn die Kollektoren wärmer sind als der Speicher, und sie sorgt dafür, dass die Nachheizung nur dann einspringt, wenn die Solarthermie nicht ausreicht.
Flachkollektoren und Röhrenkollektoren

Es gibt zwei gängige Kollektorarten:
- Flachkollektoren: Die Standardlösung für Einfamilienhäuser. Sie sind robust und günstig und eignen sich für die Warmwasserbereitung und die Heizungsunterstützung.
- Röhrenkollektoren (Vakuumröhrenkollektoren): Sie arbeiten auch bei niedrigen Außentemperaturen und bei diffusem Licht effizienter, sind aber teurer und aufwendiger in der Montage. Sie brauchen etwas weniger Platz und können höhere Temperaturen erreichen.
Für die meisten Einfamilienhäuser sind Flachkollektoren ausreichend. Röhrenkollektoren lohnen sich vor allem, wenn wenig Dachfläche zur Verfügung steht oder hohe Temperaturen gebraucht werden.
Warmwasser und Heizungsunterstützung: Zwei Einsatzbereiche
Die benötigte Kollektor- und Speichergröße hängt von der Zahl der Personen, dem Warmwasserverbrauch, dem Heizsystem und dem gewünschten solaren Deckungsanteil ab. Als grobe Orientierung nennt die Verbraucherzentrale für ein Einfamilienhaus etwa 3 bis 6 m² Kollektorfläche und 250 bis 350 Liter Speicher für die reine Warmwasserbereitung. Für Warmwasser und Heizungsunterstützung werden etwa 9 bis 20 m² Kollektorfläche und 500 bis 1.500 Liter Speicher genannt. Eine Solarthermieanlage kann – abhängig von Auslegung und Verbrauch – bis zu rund 70 Prozent der Energie für Warmwasser bereitstellen. Das ist ein möglicher Höchstwert und keine garantierte Jahresleistung. Bei der Heizungsunterstützung hängt der Beitrag besonders von Gebäude, Vorlauftemperatur, Kollektorfläche und Wärmebedarf in den Übergangszeiten ab.
Warmwasserbereitung

Die Warmwasserbereitung ist der häufigste Einsatzbereich der Solarthermie. Eine Anlage mit etwa 3 bis 6 m² Kollektorfläche und einem Speicher von 250 bis 350 Litern deckt im Sommer oft den gesamten Warmwasserbedarf. Über das Jahr gerechnet hängt der solare Anteil von Kollektorfläche, Speichervolumen und Warmwasserverbrauch ab.
Heizungsunterstützung
Eine größere Anlage mit etwa 9 bis 20 m² Kollektorfläche und einem Pufferspeicher von 500 bis 1.500 Litern unterstützt zusätzlich die Heizung, vor allem in den Übergangszeiten im Frühjahr und Herbst. Voraussetzung ist ein Heizsystem mit niedriger Vorlauftemperatur, zum Beispiel eine Fußbodenheizung. Die Solarthermie ersetzt die Heizung nicht, sondern ergänzt sie.
Was kostet eine thermische Solaranlage?
Die Kosten hängen von der Kollektorfläche, dem Speicher und der Einbindung in die vorhandene Heizung ab.
Die Investitionskosten müssen nach Anlagentyp und Einbausituation unterschieden werden. Für den nachträglichen Einbau in einem Altbau nennt die Verbraucherzentrale als Orientierung etwa 6.000 bis 10.000 Euro für eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung und etwa 9.000 bis 17.000 Euro für Warmwasser plus Heizungsunterstützung (Preisstand der Quelle: 2025). Diese Beträge sind Richtwerte und keine verbindlichen Angebote für 2026. Weisen Sie aus, ob Speicher, Regelung, Rohrleitungen, Montage, Gerüst, Umbau der Heizung und Wiederherstellung enthalten sind. Vergleichen Sie Angebote nur, wenn der Leistungsumfang gleich ist.
| Anlage | Richtwerte |
|---|---|
| Solarthermie nur für Warmwasser, 3 bis 6 m² Kollektorfläche, 250 bis 350 Liter Speicher | ca. 6.000 bis 10.000 Euro inklusive Installation |
| Solarthermie für Warmwasser und Heizungsunterstützung, 9 bis 20 m² Kollektorfläche, 500 bis 1.500 Liter Speicher | ca. 9.000 bis 17.000 Euro inklusive Installation |
| Zusätzlicher Pufferspeicher | je nach Größe 1.000 bis 3.000 Euro |
Zum Vergleich: Eine Photovoltaikanlage kostet nach aktuellen Beispielangeboten etwa 10.300 Euro für 5 kWp und etwa 14.300 Euro für 10 kWp (jeweils ohne Speicher, inklusive Montage; ADAC, 2026). Die Verbraucherzentrale NRW nennt als mittleren Angebotspreis rund 2.090 Euro pro kWp für Anlagen mit 4 bis 6 kWp und rund 1.410 Euro pro kWp für Anlagen mit mehr als 9 bis 10 kWp (Stand: 11.10.2026). Photovoltaik erzeugt Strom, Solarthermie Wärme – der Vergleich ist deshalb nur ein grober Preisrahmen.
Die laufenden Kosten einer Solarthermieanlage sind gering. Die Pumpe braucht wenig Strom, und die Wartung beschränkt sich auf regelmäßige Kontrollen, unter anderem des Frostschutzmittels und der Regelung.
Solarthermie oder Photovoltaik? Ein Vergleich
Die Frage, ob Solarthermie oder Photovoltaik die bessere Wahl ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Sie hängt davon ab, ob Sie vor allem Wärme oder Strom brauchen und wie viel Dachfläche zur Verfügung steht.
| Kriterium | Solarthermie | Photovoltaik |
|---|---|---|
| Erzeugt | Wärme | Strom |
| Hauptnutzen | Warmwasser, Heizungsunterstützung | Haushaltsstrom, Wärmepumpe, E-Auto |
| Vielseitigkeit | Nur Wärme | Strom für viele Zwecke |
| Ertrag im Sommer | Hoch, oft Überschuss | Hoch, Überschuss wird eingespeist oder selbst verbraucht |
| Ertrag im Winter | Gering | Gering |
| Förderung | KfW-Heizungsförderung 458 (Zuschuss 30 bis 80 Prozent) | KfW-Kredit 270, Einspeisevergütung nach EEG |
Wenn Sie nur Warmwasser bereiten wollen und keine PV-Anlage planen, kann Solarthermie die passende Lösung sein. Warmwasser mit PV-Strom über eine Wärmepumpe ist ebenfalls möglich. Ein Nachteil der Solarthermie ist der Sommerüberschuss: Im Sommer erzeugt die Anlage oft mehr Wärme, als der Haushalt verbrauchen kann. Deshalb sollte die Anlage nicht größer ausgelegt werden als nötig.
Förderung: Was gilt aktuell?
Für private Eigentümerinnen und Eigentümer eines bestehenden Wohngebäudes kann die KfW-Heizungsförderung 458 infrage kommen. Das Programm umfasst ausdrücklich auch solarthermische Anlagen. Der veröffentlichte Zuschussrahmen liegt aktuell bei 30 bis 80 Prozent der förderfähigen Kosten; die tatsächliche Förderhöhe hängt von den persönlichen Voraussetzungen, möglichen Boni, den förderfähigen Kosten und verfügbaren Haushaltsmitteln ab. Die KfW-Bedingungen wurden zum 21. Juli 2026 angepasst. Vor der Antragstellung muss ein Lieferungs- oder Leistungsvertrag mit einer aufschiebenden oder auflösenden Bedingung zur Förderzusage vorliegen. Der Antrag ist vor Beginn der Arbeiten vor Ort zu stellen. Prüfen Sie die aktuelle KfW-Produktseite und das Merkblatt, bevor Sie einen Auftrag erteilen. Für andere Gebäudetypen oder gewerbliche Antragsteller können andere Förderwege gelten.
Für Photovoltaikanlagen gibt es den KfW-Kredit 270 (Erneuerbare Energien – Standard); die Einspeisevergütung richtet sich nach dem EEG. Die KfW-Heizungsförderung 458 ist ein Zuschuss und kein Kredit.
Planung: Darauf sollten Sie achten

- Dachfläche und Ausrichtung prüfen: Kollektoren brauchen eine unverschattete Dachfläche mit Südausrichtung oder Ost-West-Ausrichtung. Die Dachneigung sollte zur Kollektorart passen; der Fachbetrieb prüft, ob das Dach die Anlage trägt.
- Speichergröße: Der Speicher muss zur Kollektorfläche passen. Ein zu kleiner Speicher wird im Sommer schnell voll, ein zu großer Speicher kostet mehr und braucht Platz. Die Speichergröße richtet sich nach Kollektorfläche und Warmwasserbedarf.
- Nachheizung klären: Die Solarthermie ersetzt die Heizung nicht. Sie braucht eine Nachheizung, die einspringt, wenn die Sonne nicht ausreicht.
- Warmwasserhygiene beachten: Die Warmwasserhygiene muss zur konkreten Speicher- und Zirkulationsanlage passen. Erforderliche Temperaturen und Betriebszeiten hängen unter anderem von Speichervolumen, Leitungsführung und Nutzung ab. Lassen Sie die Anlage nach den geltenden technischen Regeln planen und einstellen; eine pauschale Temperaturvorgabe für jede Solarthermieanlage ist nicht ausreichend.
- Kombination mit Photovoltaik prüfen: Wenn Sie beide Systeme planen, prüfen Sie, ob die Dachfläche für beides reicht. In vielen Fällen ist die Dachfläche begrenzt, sodass Sie sich entscheiden müssen oder beide Systeme kleiner auslegen.
Häufige Fragen
Ersetzt eine Solarthermieanlage die Heizung?
Nein. Eine Solarthermieanlage unterstützt die Heizung und bereitet Warmwasser, ersetzt aber die Heizung nicht. Eine Nachheizung ist weiterhin nötig.
Wie viel Warmwasser deckt eine Solarthermieanlage?
Im Sommer oft den gesamten Bedarf. Über das Jahr gerechnet kann eine Solarthermieanlage – abhängig von Auslegung und Verbrauch – bis zu rund 70 Prozent der Energie für Warmwasser bereitstellen. Das ist ein möglicher Höchstwert und keine garantierte Jahresleistung.
Was ist besser: Solarthermie oder Photovoltaik für Warmwasser?
Das hängt von Ihrer Situation ab. Photovoltaik ist vielseitiger, weil der Strom auch für Haushalt, Wärmepumpe und E-Auto genutzt werden kann. Solarthermie ist auf Wärme spezialisiert und kann Warmwasser ohne den Umweg über Strom bereiten. Wer nur Warmwasser braucht und keine PV-Anlage plant, ist mit Solarthermie oft gut bedient; wer Strom vielseitig nutzen will, profitiert eher von Photovoltaik.
Brauche ich eine Genehmigung für eine Solarthermieanlage?
Für eine übliche Anlage auf dem Dach eines Wohnhauses ist in den meisten Bundesländern keine Baugenehmigung erforderlich. In Denkmalschutzgebieten oder bei besonderen Satzungen kann eine Genehmigung nötig sein – klären Sie das vorab mit der zuständigen Behörde.
Fazit
Eine thermische Solaranlage nutzt die Sonnenwärme direkt für Warmwasser und Heizung. Sie erzeugt keinen Strom, sondern Wärme – und ergänzt eine vorhandene Heizung sinnvoll. Wer vor allem Warmwasser solar bereiten will, findet in der Solarthermie eine bewährte Lösung. Eine ausführliche Kostenübersicht für Photovoltaik finden Sie im Artikel Solaranlage Kosten: Preise, Speicher & Förderung
Quellen
- Verbraucherzentrale – Solarthermie: So nutzen Sie Solarenergie für Heizung und Warmwasser: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien/solarthermie-so-nutzen-sie-solarenergie-fuer-heizung-und-warmwasser-5568
- KfW – Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Heizungsf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-Privatpersonen-Wohngeb%C3%A4ude-(458)/
- Bundesnetzagentur – EEG-Förderung: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/EEG_Foerderung/start.html
- Marktstammdatenregister: https://www.marktstammdatenregister.de/MaStR